Wandern auf den Hirschberg

Sarahs 29. Geburtstag soll da gefeiert werden, wo sie sich am wohlsten fühlt: in den Bergen. Daher ziehen wir wieder mit einer großen Gruppe los um mit Sarah auf den Hirschberg zu gehen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Dieses Mal gehen wir nicht in der Früh, sondern erst Nachmittags. Schließlich ist es auch Dienstag, der 6.10.20 und nicht jeder ist im aufgrund von Corona im Home-office oder hat gar komplett frei. Dennoch wollen so viele den Tag mit Sarah verbringen. Seppl und Benji haben schon ihre Beteiligung zugesichert und die beiden kommen aus Kufstein. Der Wetterbericht sieht zwar nicht so vielversprechen aus und auf der Autofahrt schüttet es wie aus Eimern, aber nach einem Kurzen Blick auf unser Wetterradar, gehen wir von einem 4 Stündigen Zeitfenster ohne regen aus. Und so ist es am Ende auch, kaum sind wir am Parkplatz angekommen, verziehen sich die Regenwolken. Wir treffen uns am frühen Nachmittag um 14 Uhr am Hirschbergparklatz in Scharling. Von dort aus starten wir unseren Aufstieg auf den Hirschberg. Anfangs gehen und rollen wir die Forststraße entlang. Die ist zu Beginn zwar gleich wieder recht steil, aber die Große Herausforderung kommt erst nachdem wir den Weg zur Materialseilbahn geschafft haben.

Ab hier gibt es kein Forststraße mehr und es wir wieder sehr viel getragen. Zum Glück sind viele Freunde von Sarah dabei und so können wir uns mit dem Tragen anstrengen. Wir gehen über den Sommerweg zum Hirschberghaus. Die größte Herausforderung sind die verblockten Serpentinen mit den sehr engen Kurven. Wir sind den Berg zwar schon letztes Jahr im Winter gegangen. Aber Sarahs Hals ist inzwischen sehr instabil und wir versuchen jede Art von Erschütterung zu vermeiden. Am Hirschberghaus machen wir eine kurze Pause und ich versuche mit einer Osteopressur Behandlung Sarahs Nackenschmerzen etwas zu reduzieren und die Muskulatur etwas zu entspannen. Das Team kann auch kurz verschnaufen. Zwar haben wir es jetzt mit den sehr Serpentinen geschafft, nun gilt es aber unseren Wanderrollstuhl über den sehr schlammigen Weg zum Gipfelkreuz zu bewegen. Zwischendurch treffen wir auf eine kleine Gamsenfamilie, die Sarah auch nur kurz alles Gute wünschen möchte und sich dann wieder in die Hänge verzieht. Schließlich kommen wir am Gipfel an. Sarah durchgeschüttelt und etwas K.o., der Rest des Teams vielmehr mit sehr schlammbeschmierter Ausrüstung. Angst keine Energie mehr für den Rückweg zu haben, hat niemand mehr, sobald er unsere Buffet sieht. Kuchen, Brownies, eine riesige Jausenplatte mit Käse, Speck und Brot. Wir singen, genießen den Sonnenuntergang und zünden noch ein paar Fackeln an. Dann heißt es: wieder ins Tal liebe Wandersleut. Glücklich, etwas K.O und gesättigt, geht es wieder ins Tal. Eine Herausforderung die wir so nicht kennen, denn was passiert nachdem die Sonne untergangen ist? Richtig: Es wird dunkel. Zwar tragen wir Stirnlampen, doch um ehrlich zu sein bringen die dem Hintermann der Joelette nur wenig. Durch die Schatten der Tragegriffe sieht man hier wirklich wenig vom Weg und man muss sie hier sehr stark auf sein Gefühl verlassen. Hier ist es sehr wichtig, dass der Vordermann immer wieder kurze Anweisungen gibt, worauf der Hintermann achten muss. Also Stufen, Steine etc. Jonas und ich sind ein eingespieltes Team und sehr trittsicher. Deshalb sind wir es auch, die den ganzen Weg vom Gipfel bis zu Forststraße die Sarah tragen. Zwischendurch regnet es kurz. Unser Zeitfenster ist wohl vorbei. Der Weg wird rutschiger. Ein großer Spaß, wenn man nichts sieht. Dennoch, kommen wir schließlich an der Forststraße ohne größere Zwischenfälle an und können die Joelette endlich in andere Hände übergeben. Am Parkplatz angekommen ist jeder etwas erschöpft, vor allem Sarah. Daher verabschieden wir uns ohne großes Trara und schwelgen die ganze Heimfahrt in Erinnerung an diesen genial schönen Ausflug.